Das Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld (Dr. Klaus Wingenfeld) und das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (aQua-Institut) in Göttingen haben konkrete Konzepte für eine neue Qualitätsprüfung und -darstellung erarbeitet. Der Qualitätsausschuss Pflege hat den Abschlussbericht der Wissenschaftler mit den konkreten Umsetzungsvorschlägen für die stationäre Pflege im September 2018 abgenommen. Im November 2018 wurde mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) beschlossen, dass die neue Qualitätsprüfung und -darstellung bis Ende 2019 umzusetzen ist.

Die Qualitätsprüfung

Die Qualitätsprüfung durch den MDK Westfalen-Lippe basiert wie bisher auf der Inaugenscheinnahme von stichprobenhaft ausgewählten Bewohnerinnen und Bewohnern sowie einem persönlichen Gespräch mit ihnen, um die Versorgungsqualität zu untersuchen. Darüber hinaus prüft der MDK Westfalen-Lippe künftig die Plausibilität der Qualitätsdaten, die die Pflegeeinrichtung selbst über diese Bewohner ermittelt und an eine Datenauswertungsstelle weitergeleitet hat (Ergebnisindikatoren). 
Insgesamt gewinnt das Fachgespräch mit den Pflegekräften vor Ort an Bedeutung. Die Pflegedokumentation spielt in Zukunft eine nachgeordnete Rolle. Ein weiterer wesentlicher Baustein ist die Beratung durch den MDK Westfalen-Lippe. 
Die Qualitätsprüfungen von vollstationären Pflegeeinrichtungen nach dem neuen Verfahren starten ab November 2019 auf der Basis von bundesweit gültigen Prüfrichtlinien. Die Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die vollstationäre Pflege (QPR vollstationär) wurden von den Medizinischen Diensten gemeinsam mit den Pflegekassen erarbeitet und am 17. Dezember 2018 vom GKV-Spitzenverband beschlossen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Richtlinien mit Schreiben vom 21. Februar 2019 genehmigt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Medizinischen Dienste werden für die Prüfaufgaben speziell geschult.
Die Qualitätsdarstellung wird zukünftig auf drei Säulen stehen: auf ausgewählten MDK-Qualitätsprüfergebnissen nach neuem Prüfverfahren, auf Qualitätsdaten (Ergebnisindikatoren), die die Heime selbst erheben und auf allgemeinen Informationen zur Einrichtung.

Was ist für die ambulante Pflege geplant?

Für die ambulante Pflege haben die Hochschule Osnabrück (Prof. Dr. Andreas Büscher) sowie das Institut für Pflegewissenschaft an der Uni Bielefeld (Dr. Klaus Wingenfeld) ebenfalls Vorschläge für eine analoge Anpassung der MDK-Prüfung erarbeitet.
Der Qualitätsausschuss Pflege hat den Abschlussbericht mit Umsetzungsvorschlägen für die ambulante Pflege ebenfalls abgenommen. Bevor die Ergebnisse umgesetzt werden können, ist noch eine Pilotierung des neuen Prüfkonzeptes erforderlich. Die Pilotierung hat der Qualitätsausschuss Pflege an das IGES-Institut vergeben. Voraussichtlich wird das Projekt im April 2020 abgeschlossen. In Abhängigkeit von den Pilotierungsergebnissen entscheidet der Qualitätsausschuss Pflege dann, ob und in welchem Umfang das Prüfinstrument angepasst werden muss und ob sich eine weitere Pilotierungsphase anschließen wird. Nach Abschluss der Pilotierung werden die Qualitätsvereinbarungen, die Qualitätsprüfungs-Richtlinien und die Qualitätsdarstellungs-Vereinbarung erarbeitet.