Die wohnortnahe Organisationsstruktur des MDK in Westfalen-Lippe ermöglicht eine individuelle Begutachtung in den Beratungsstellen, aber auch im häuslichen Umfeld.

Die Begutachtung einer Hilfsmittelversorgung erfordert, neben profunden sozialmedizinischen Kenntnissen und langjähriger ärztlicher Erfahrung, ein breites technisches Wissen und Verständnis. Die 35 Schwerpunktgutachter Hilfsmittel und 5 Kinderärzte begutachten ggf. im Team zusammen mit einem Orthopädietechniker oder Orthopädieschuhtechnikermeister in 28 Bera-tungsstellen. 

Zusätzlich erfolgt in unseren Hilfsmittelzentren Bielefeld, Dortmund und Münster problemorientiert eine direkte Beratung der Mitarbeiter der Krankenkassen zu bestimmten Einzelfällen, zum Beispiel bei Widersprüchen und im Sozialgerichtsverfahren oder bei komplizierten Versorgungen. Die Hilfsmittelzentren arbeiten in enger Abstimmung mit dem Fachreferat Hilfsmittel in Bielefeld.

Wesentlich für den Erfolg, insbesondere bei handwerklich hergestellten oder komplexen Hilfsmitteln, ist die Nachhaltigkeit der Versorgung. Diese und eine hohe Zufriedenheit des Patienten sind Parameter für die Wirtschaftlichkeit. Deshalb hat der Gesetzgeber mit dem GKV-WSG die "Evaluation der durchgeführten Hilfsmittelversorgungen" initiiert (§ 275 Abs. 3, Satz 3). Bereits seit 2005 bietet der MDK Westfalen-Lippe im Bereich der Orthopädie- und Rehatechnik das Gutachten „Beratung und Qualitätssicherung“ an. Hier erfolgt eine Beratung des Versicherten und orthopädie-technische Bewertung der durchgeführten Hilfsmittelversorgung. Der Versicherte erhält bereits bei der Primärbegutachtung zum Beispiel mit einer Prothese, Orthese oder Sitzschale einen Informationsflyer und das Angebot, sich nach Abschluss der Versorgung innerhalb der Gewährleistungszeit zur Qualitätsbeurteilung vorzustellen. In dieser überprüft der Gutachter Aufbau, Passform und Funktion des Hilfsmittels. Er berät den Versicherten bei Bedarf zu ergänzenden Therapien, zum Beispiel zur Gehschulung für den Prothesenträger, oder er informiert Eltern behinderter Kinder über ergänzende Leistungen.

Der Antrag des Versicherten zur Evaluation der durchgeführten Hilfsmittelversorgung wird bei der Krankenkasse eingereicht und sollte nach Möglichkeit innerhalb der ersten 6 Monate nach Auslieferung des Hilfsmittels gestellt werden.