Sowohl bei der kardiologischen Diagnostik in der vertragsärztlichen Praxis wie aber auch zur sozialmedizinischen Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems stellt die Ergometrie die Standarduntersuchung dar. Während in der kurativen Kardiologie eher die Fahrradergometrie gewählt wird, wird im MDK Westfalen-Lippe wegen der physiologischeren Belastung die Laufbandergometrie favorisiert. Dabei werden unter fortlaufender 12-Kanal-EKG-Registrierung und Blutdruckmessung die Versicherten einer definierten Belastung nach dem Naughton-Protokoll unterzogen. Hierbei beginnt die Gehbelastung mit 3 km/h und 0 Grad Steigung, stufenweise erfolgt dann die Zunahme der Steigung. Die Angaben der Leistungskapazität erfolgt in MET (metabolic equivalent), auch eine näherungsweise Angabe der Leistung in Watt ist grundsätzlich rechnerisch möglich. Neben der Beurteilung der Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems erlaubt die Laufbandergometrie zusätzlich eine gutachterliche Aussage zur Leistungsfähigkeit bei Versicherten mit Erkrankung der Wirbelsäule und der unteren Extremität; in Ergänzung durch eine Dopplerdruckmessung der Beingefäße auch der Gehstrecke bei Versicherten mit Gefäßkrankheiten.

Die erweiterte Leistungsdiagnostik mittels Laufbandergometrie ist geeignet in folgenden Fällen:

  • AU-Dauer in der Regel 3 – 12 Monate, abgeschlossene morphologische Diagnostik
  • definitiv abgeschlossene Behandlungs- und Rehabilitationsphase
  • Verdacht auf komplexe kombinierte Beeinträchtigung des Leistungsvermögens infolge somatischer und/oder psychischer Erkrankung mit unklarem positivem und negativem Leistungsprofil insbesondere bei Störungen des unteren Bewegungsapparates, evtl. mit begleitender psychischer Symptomatik
  • Störungen des kardiopulmonalen Systems, evtl. mit begleitender psychischer Symptomatik
  • Subjektive Leistungsminderung ohne bislang objektivierter Funktionsstörung
  • Gefäßerkrankung der unteren Extremität


Wir setzen die erweiterte Leistungsdiagnostik erfolgreich bei Versicherten mit Verdacht auf Langzeitdynamik ein und/oder wenn nicht medizinische Faktoren die Arbeitsunfähigkeit unterhalten. Ebenso besteht dann eine Indikation, wenn eine Leistungsdiagnostik bislang unter ambulanten oder stationären Bedingungen nicht durchgeführt wurde.

Derzeit ist die erweiterte Leistungsdiagnostik mittels Laufbandergometrie in den Begutachtungs- und Beratungsstellen Bochum sowie Dortmund möglich.