Unsere Gutachter betrachten zunächst fachgebietsübergreifend die gesamte Persönlichkeit. Sie erfassen die Gesundheitsstörungen in Bezug auf die bestehenden Funktionsdefizite und daraus resultierender sozialer Beeinträchtigungen, entsprechend der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit (ICF). Einzuarbeitende Fachärzte benötigen im ersten Jahr ihrer Tätigkeit beim MDK viele neue Informationsquellen und kompetente Ansprechpartner. Um eine einheitliche und hohe Qualität der Einarbeitung in Westfalen-Lippe zu sichern, wurden die erforderlichen  Maßnahmen in einem Rahmenplan verbindlich festgelegt.

  • Wesentlich ist in der Anfangsphase das Erkennen der neuen Aufgabenstellung als ärztlicher Gutachter im Vergleich zur vorangegangenen, meist kurativen Tätigkeit. Hierzu ist ein Verständnis für die Ziele der Auftraggeber notwendig.
  • Ärztin und Arzt werden befähigt, auf der Grundlage des SGB sowie unter Berücksichtigung der geltenden Richtlinien ihre Tätigkeit anfangs unter Supervision, zu einem späteren Zeitpunkt selbstständig auszuführen.

  • Die erste Phase der Einarbeitung wendet sich den Hauptaufgabenbereichen der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu, in einem späteren Abschnitt werden spezielle Gebiete vertieft.

  • Ausreichende zeitliche Kapazitäten von Mentoren und einarbeitenden Kollegen stehen in sechs Einarbeitungszentren zur Verfügung und stellen so die Zielerreichung nach einheitlichen Einarbeitungsstandards sicher.
  • Angestrebt wird eine rasche Akzeptanz der neuen Rolle als sozialmedizinischer Gutachter mit positiver Einstellung zur eigenen Organisation, den Auftraggebern sowie ein Erlernen von Bewältigungsstrategien in Konfliktsituationen.

Die ersten sechs Monate der Einarbeitung finden in den Einarbeitungszentren statt, danach wechselt der Gutachter in die vorgesehene Beratungsstelle. Die einzuarbeitenden Themen bauen aufeinander auf. Nach weiteren sechs Monaten wird die Einarbeitung durch Teilnahme an einer bundesweiten einwöchigen MDK-Fortbildung abgeschlossen.

Den neuen Gutachtern stehen erfahrene Kollegen als Mentoren für alle Fragen seiner neuartigen Tätigkeit zur Seite. Strukturiertes Selbststudium in themenbezogenen Studienheften und „Training on the job“ mit entsprechender Supervision durch die Mentoren sind das wesentliche Einarbeitungsprinzip. In den ersten sechs Monaten durchlaufen alle neuen Ärztinnen und Ärzte eine Einführungsveranstaltung und  Basisfortbildungen in Kernthemen der Sozialmedizin. Mentoren erstellen Berichte nach 3 und 12 Monaten der Einarbeitung, nach vier Monaten gibt auch der Mitarbeiter in einem halb strukturierten Bericht ein Feedback an die Ärztliche Leitung.